Reime unreine Reime // und suche nach der Liebe. // Zuerst in Glases Weine, // dann in was dann verbliebe. // Die warmen Bodendielen, // aus Sandelholz geschliffen. // Tränen, die auf sie fielen, // von Rosenrot ergriffen. // An die Scheibe klopfen, // im Kaminfeuerduett, // nasskalte Regentropfen. // Wieder allein im Bett. // Zeit zeigt als Stund' die Elfte, // Gedanken wach zerdehnt. // Find' ich die and're Hälfte // nach der mein Herz sich sehnt? ---- Bloody Wood war nicht das erste Parfum das ich je verwendet habe. Aber es war das Erste das mich gepackt hat. Das Erste Parfum, für das ich viel - doch was ist schon viel in dieser Klasse - Geld für einen Flakon ausgegeben habe. Die Eröffnung mit dem Kopf aus Rose und Weißweinhefe ist so zart und wirkt so zerbrechlich wie die Eröffnung eines Liebesbriefs. Die Schrift vielleicht gleichzeitig zu geschwungen und unstet aber voller Emotion. Eine Eröffnung der die Bezeichnung "Kopf"-Note nicht gerecht wird. Nichts daran ist Vernunft, alles ist Gefühl. Dementsprechend gleiten wir schnell weiter ins Herz, wo Rotwein und Himbeere und Kirsche schlagen obwohl der Rotwein deutlich dominiert. Wer klare Kirsch- und Himbeernoten sucht... ich konnte sie hier nicht finden. Aber es wäre auch unpassend süß für diesen Duft, der in der Melancholie ebenso zu Hause ist wie in der Sehnsucht. Das unterstreicht auch die Basis, ein opulentes Orchester aus Holznoten, die gar schön ins Rauchige abdriften. Die Schreibstube des Poeten ist noch warm, aber das Feuer nur noch ein Glimmer. Bloody Wood ist atemberaubend, wann immer ich ihn trage. Dass er eher intim ist passt sehr gut, dieser Duft darf keine brutale Sillage haben. Liebe kann nicht erzwungen, sondern muss eingeladen werden. Leider hält er nicht so lange, wie er es verdient. Lange genug, wenn man ihn für den Abend auflegt, aber über einen Tag schafft er es nicht. Er beweist aber, dass es einen Platz gibt, geben muss, für die besonderen Augenblicke. Die einsamen, in denen man von Inspiration ergriffen, besessen ganz bei sich selbst ist. Die zweisamen, in denen das Laute so unangebracht wie destruktiv wäre. Kein Duft für die ganze, sondern für die eigene Welt.